Kinderärzte-im-Netz berichten über die Warnzeichen für Immunschwäche

Warnzeichen für Immunschwäche - Amerikanische und Deutsche Spezialisten haben Anzeichen gesammelt, die auf einen Immundefekt bei Kindern hinweisen können. Diese beruhen auf Erfahrungswerten. 

Warnzeichen für Immunschwäche

Amerikanische und deutsche Spezialisten haben Anzeichen gesammelt, die auf einen Immundefekt bei Kindern hinweisen können. Diese beruhen auf Erfahrungswerten.

 „Bei Säuglingen und Kleinkindern sind acht bis zwölf Infektionen pro Jahr kein Grund zur Sorge. Auch Schulkinder können bis zu achtmal im Jahr eine Erkältung haben, ohne dass sie unter einer Immunschwäche leiden. Wenn diese aber sehr lang anhalten und häufig mit Komplikationen verbunden sind, sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt darüber sprechen“, rät Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch wenn Nebenhöhlenentzündungen, Ohrentzündungen oder Durchfall wiederholt auftreten und langwierig sind, kann dies ein Hinweis auf eine Immunschwäche sein.

Weiterhin können in Zusammenhang mit Immundefekten Impfkomplikationen bei Lebendimpfungen stehen. Auch wiederkehrende, ausgedehnte Infektionen des Organismus mit sog. „atypischen Mykobakterien“ sind möglicherweise ein Hinweis. Speziell bei Säuglingen kann eine unklare chronische Rötung am ganzen Körper, insbesondere an Handflächen und Fußsohlen (Graft-vs.-Host-Reaktion) ein Hinweis auf einen Immundefekt sein.

„Insgesamt sollten Eltern nicht vergessen, dass Immundefekte sehr selten sind. Schätzungen gehen hierzulande davon aus, dass 1 Mensch unter 34.000 einen Immundefekt aufweist. Die vermehrte Häufigkeit von unkomplizierten viralen Infektionen ist kein Hinweis, insbesondere dann nicht, wenn das Kind in einer Kindertageseinrichtung betreut wird. Ernster zu nehmen sind übermäßig häufige bakterielle Infekte. Immundefekte weisen zudem in der Regel besondere, „atypische“ Verläufe bei sonst in der Regel harmlosen Infektionen auf und neigen zum Chronisch-Werden. Diese gilt es zu erkennen und mit dem Kinder- und Jugendarzt zu besprechen“, so Dr. Fegeler. 

Quelle: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/warnzeichen-fuer-immunschwaeche/