Screening auf Asplenie als Bestandteil der kindlichen Vorsorgeuntersuchung - ein weiter Weg

Im Mai und Anfang Juni traf Pid-erkennen auf verschiedene Ärzte, u.a. Herrn Prof. Dr. Wahn  (Langjähriger Leiter des ImmundefektCentrums der Charité), der bereits bei der Erstellung dieser Website unterstützend tätig wurde sowie Frau Andrea Maier-Neuner von der Patientenorganisation für Primäre Immundefekte dsai e.V.

Erörtert wurden generelle Überlegungen, ob und wie ein Antrag auf ein bundesweites Screening auf Asplenie, also das angeborene Fehlen der Milz, medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich umsetzbar sein könnte.

Da die kongenitale Asplenie nur im Rahmen eines abdominalen Ultraschalls oder im Rahmen eines schweren Krankheitsverlaufs wie einer Hirnhautentzündung und einer Blutvergiftung diagnostiziert wird, ist die Einbindung des Ultraschalls in eine der kindlichen Vorsorge-untersuchungen unser Ziel. Hier kann leicht neben der Untersuchung der Hüfte, die Milz geschallt werden. Dies ist ein Arbeitsaufwand von maximal 30 Sekunden mehr.

Grundsätzlich ist es so, dass ein Antrag beim G-Ba (Gemeinschaftlicher Bundesausschuss der Krankenkassen), die eine Methodenprüfung diskutieren, bevor ein neues Screeningverfahren im Bundesanzeiger verpflichtend angezeigt wird, bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss. U.a. muss eine ausreichende Studienlage vorliegen. Zur Kongenialen Asplenie existiert in Deutschland noch keine Studie. Es sind nur äußerst wenige Fallbeschreibungen bekannt. Weltweit hat bislang nur Frankreich 2002-2003 eine retrospektive Kohortenstudie in Pädiatrischen Einheiten vorgenommen. Dabei konnten 20 Fälle identifiziert werden. Basierend auf der französischen Studie spricht man von einer geschätzten Prävalenz von 0,51 Fällen auf 1. Mio. Lebendgeburten. Neuer Untersuchungen lassen auf eine höhere Prävalenz schließen. 

Der erste Schritt von Pid-erkennen auf dem langen Weg einen Antrag zu stellen, wird das in Gang bringen einer Studie sein, die eine Prävalenz für Deutschland zum Ergebnis haben soll. Wir werden über unser Vorankommen berichten. Sicherlich wird es ein Abstand von Monaten sein. Der Weg ist lang und steinig.