Menschen mit Immundefekten haben ein 50-fach höheres Risiko um an einer schwer verlaufenden Infektion zu erkranken,die zur Sepsis führen kann.Trotz modernster Medizin ist die Mortalität hoch.

Was ist eine Sepsis?

Die Sepsis ist immer eine Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Im ersten Schritt verursachen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten eine lokale Infektion, beispielsweise eine Lungenentzündung. Im Normalfall gelingt es unserem Immunsystem, eine derartige lokale Infektion am Entzündungsherd direkt zu einzudämmen. Die Infektion nimmt ihren normalen Verlauf.

Bei einer Sepsis gelingt es den Erregern jedoch, diese lokale Begrenzung zu durchbrechen. Sie breiten sich über Lymph- und Blutgefäßsystem auf andere Organe aus. Von jetzt an zählt jede Stunde. Das Immunsystem registriert die große Menge an Bakterien im Blut und überschwemmt den Körper mit Botenstoffen zur Immunantwort – es wird überaktiviert. Damit werden aber nicht nur die Erreger, sondern auch körpereigene Zellen angegriffen. Wird nun nicht schnell ein passendes Antibiotikum gegeben, stellen die Organe ihre Funktion ein. Es kommt zum septischen Schock, bei dem die Blutversorgung lebenswichtiger Organe ausfällt.

Menschen ohne Milz bzw. funktionsloser / operativ entfernter Milz sind durch schwere bakterielle Infektionen mit hoher Letalität gefährdet, die als 'Post-Splenektomie-Sepsis' [PSS]) oder 'overwhelming postsplenectomy infection' (OPSI) bezeichnet werden. Das lebenslange Risiko liegt nach operativer Milzentfernung bei 1-5%. Bei Verlust der Milz(-funktion) im Rahmen anderer Erkrankungen, die ihrerseits mit erhöhter Infektanfälligkeit assoziiert sind (z.B. Sichelzellkrankheit, Thalassämie oder Hodgkin-Lymphom), kann die Inzidenz auch höher sein. Die Letalität der PSS ist sehr hoch und beträgt etwa 60% bei Pneumokokken-PSS (bei Erwachsenen). Eine Prävention ist in vielen Fällen durch gezielte Immunisierungen, Antibiotikaprophylaxe, unverzügliche Antibiotikagabe bei fieberhaften Allgemeininfektionen und umfassende Aufklärung der betroffenen Patienten möglich

Fragen zu Sepsis bei Kindern und nach der Geburt

Kinder, die an primären Immundefekten leiden haben weniger Widerstandskraft gegen Infektionen, so dass es schneller als bei gesunden Kindern zu einer Sepsis kommen kann. Auch Neugeborene können eine Sepsis bekommen. Bei der Neugeborenensepsis handelt es sich um eine bakterielle Infektion beim neugeborenen Kind, die bei 0,1 bis 0,8 Prozent aller Neugeborenen (Zahl bezieht sich auf gesunde Neugeborene) auftritt. Diese tritt vor allem dann auf, wenn das Immunsystem, noch nicht vollständig ausgereift ist. Es wird je nach Erkrankungszeitpunkt zwischen einer Früh- und einer Spätsepsis unterschieden.

Wie erkenne ich den Beginn einer Sepsis bei einem kleinen Kind?

Körpertemperatur unter 36 Grad oder Fieber ab 38,5 Grad – grippeartige oder erkältungs ähnliche Symptome wie Husten – schnelle und flache Atmung – geräuschvolle Atmung – Puls bei über 140 Schlägen pro Minute – eventuell Kopfschmerzen, Brechreiz und Benommenheit, wenn das Gehirn betroffen ist. 

Sind Frühgeborene anfälliger für eine Infektion und Sepsis?

Da das Immunsystem bei zu früh geborenen Babys noch nicht voll entwickelt ist, sind sie entsprechend anfälliger für Infektion und Sepsis. Wenn ein Baby künstliche Beatmung benötigt, weil die Lunge noch nicht ausgereift ist, ist dies eine lebensrettende Maßnahme. Jedoch beherbergt diese invasive medizinische Maßnahme auch das Risiko für eine Lungenentzündung. Dies gilt auch für andere invasive Maßnahmen, wie Venenkatheter oder andere Katheter, die frühgeborene Babys zum Überleben brauchen. Hier geht es zu einem Erfahrungsbericht.

Was kann ich tun, um das Risiko für meine Kinder zu minimieren?

Als erstes sollten Sie Ihre Kinder gegen Pneumokokken impfen lassen, da diese Krankheitserreger verantwortlich sind für Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Infektion der Nebenhöhlen. Insbesondere sollten solche Kinder geimpft werden, die ohne Milz zu Welt gekommen sind, Operationen oder aggressive Chemotherapie erhalten haben. Hier 

Weitere Informationen & Betroffenenberichte: 

 

     

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